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Für Banken, die überleben wollen.

Aktualisiert: 2. Apr. 2020

#Banking#Transformation#Digitalisierung#Überleben#Führung

Der Transformationsbedarf für Banken in der Digitalisierung ist gewaltig: Mit den sich immer schneller entwickelnden Aufgaben ändern sich nicht nur die Anforderungen an die Menschen in einer Bank. Vielmehr brauchen Banken zum Überleben ein ganz neues Selbstverständnis.


In der Vergangenheit konnten Banken primär über den finanzwirtschaftlichen Bereich geführt werden. Ihre Leistungen waren darauf fokussiert insbesondere Zinsmargen in Form von Konditions- oder Strukturbeiträgen risikoadjustiert zu maximieren. Bislang konnten Banken damit Geld verdienen, heute reicht das nicht mehr. Eigentlich ist schon lange klar, dass sich Banken stärker an Bedürfnissen ihrer Kunden ausrichten müssen. So steht es jedenfalls bereits in vielen Bankstrategien geschrieben.

Dennoch passiert es immer wieder, dass Kundenbedürfnisse finanzwirtschaftlichen Zielen untergeordnet werden. So kündigte beispielsweise eine Großsparkasse langfristige Sparverträge wegen der niedrigen Zentralbankzinsen und riskierte so das Vertrauen ihrer langjährigen Kunden. Vertrauen bildet jedoch eine wesentliche Grundlage für stabile Geschäfts-beziehungen, gerade für Banken. Werte, wie Vertrauen und Sicherheit können von Kunden aber nur dann wahrgenommen werden, wenn diese Werte tatsächlich auch gelebt werden. Überlebenswillige Banken müssen ihren Kunden diesen „Mehr-Wert“ also nachhaltig und effizient bieten.

Und das erfordert eine ganz neue Ausrichtung: Von der Fokussierung auf den finanzwirtschaftlichen Bereich auf den Mehrwert für Kunden, deren komplexe Bedürfnisse einem schnellen Wandel unterliegen. Banken bleibt daher wenig Zeit. FinTechs und andere neue Wettbewerber dringen bereits tief in das bisherige Territorium der Banken vor.

Im Unterschied zu den Dinosauriern können Banken aber überleben. Statt neue Herausforderungen mit alten Methoden anzugehen und dabei immer wieder auf passenderes Klima zu hoffen, also auf nahrhaftere Zinsen, weniger Konkurrenz durch Konsolidierung und eine irgendwie auslaufende Digitalisierungswelle, bleibt die Chance, sich selbst neu zu verstehen und aus sich selbst heraus weiter zu entwickeln.

Wie kann das gehen?

In jeder Bank schlummert das wichtigste Potenzial zum Überleben – die Menschen. Sie bieten Fähigkeiten, die über digitalisierbare Kompetenzen hinausgehen. Menschen können sich selbst ändern und Werte lebendiger machen indem sie Vertrauen aufbauen, Kundenbeziehungen stabilisieren und die Bank so mehrwertiger machen. Und Führungskräfte und Mitarbeiter können mit besserem Verständnis füreinander institutionell getrennte Aufgaben effizienter erfüllen als in den aktuell verbreiteten Silos. Banken brauchen zum Überleben ein neues Selbstverständnis für ihre Anpassungsfähigkeit: die Bank als lebendes System.

Ein lebendes System kennzeichnet, dass es schneller auf Veränderungen reagieren kann und effektiver aus Erfahrungen lernt. In einem lebenden System richtet sich die Zusammenarbeit aller Elemente selbstverantwortlich auf das gemeinsame Überleben und Weiterentwicklung. Der Fokus liegt dabei auf starken Verbindungen. Dazu muss Führung einen Rahmen schaffen, der die überlebenswichtige Verantwortung Aller stärkt. In diesem Rahmen können Führungskräfte und Mitarbeiter in Verbindung mit dem Kunden mehrwertigere Leistungen entwickeln. Und indem vertrauensvoll aus Best Practices voneinander gelernt wird, können auch das Potenzial der Digitalisierung besser genutzt werden. Mit zunehmender Lebendigkeit wächst in der Bank so die Anpassungsfähigkeit an immer komplexere Märkte.

Zur Stärkung der Überlebensfähigkeit brauchen auch die Führungskräfte immer wieder verlässliche Orientierung. Dies unterstützt unser erprobtes Schema für lebendigere Führung in Unternehmen und unser Führungsstrategie-Spiel LEADeFIX. Speziell Banken hilft es, eine neue Balance zwischen finanzwirtschaftlichen Zielen und tatsächlich gelebter Kundenorientierung zu finden. Denn eine lebendigere Bank kann und wird besser überleben.

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