Blogbeiträge

 

Neuester Blog

FÜHRUNG MUSS SINN MACHEN - INTERVIEW (TEIL 1)

Aktualisiert: 7. Jan.

MIT GABRIELE UND GEORG LEPPELMANN


Was muss Führung leisten in einer unsicheren und komplexen Welt? Mit dieser Frage setzen sich Gabriele und Georg Leppelmann im Rahmen ihres Beitrags „Sicherheit in der Unsicherheit – eine Landkarte für Führung in der Selbstorganisation“ im Band „Agilität in Unternehmen“ auseinander.


GEMEINSAME AUFGABEN LASSEN SICH NUR MIT EIGENVERANTWORTUNG BEWÄLTIGEN

Katja Heumader: Wir leben in einer VUCA-Welt (volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig) – hat die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen und Einschränkungen diese Eigenschaften noch verstärkt?

Georg Leppelmann: Ja, die Pandemie hat unsere Aufmerksamkeit wie ein Brennglas darauf gelenkt, dass die Welt immer unbeständiger, unsicherer, verflochtener und mehrdeutiger wird. Die Situation betrifft alle Bereiche unseres Lebens und viele Menschen suchen in diesen Zeiten nach Halt und Richtung. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig eine gemeinsame Bekämpfung der Pandemie ist. Und wir müssen erkennen, dass wir unser Verhalten besser, schneller und flexibler an drastische Veränderungen anpassen müssen.

KH: Corona können wir nur bekämpfen, indem wir alle unser Verhalten – weitestgehend eigenverantwortlich! – anpassen. Lassen sich hieraus Erkenntnisse für moderne Führung ableiten?

Gabriele Leppelmann: Wir können gerade beobachten, was passiert, wenn durch zu starke Kontrolle und Einschränkungen die Eigenverantwortung der Menschen verloren geht. Was aber notwendig ist, um eine gemeinsame Aufgabe zu bewältigen, ist ein aufeinander abgestimmtes und eigenverantwortliches Handeln.

Moderne Führung, wie wir sie verstehen, schafft daher einen Rahmen, der diese Eigenverantwortung ermöglicht. Menschen brauchen beispielsweise ein Gefühl von Sicherheit, um kreativ und lösungsfokussiert zu handeln. Diese Sicherheit kann Führung auch in der Unsicherheit vermitteln. Dazu setzen wir in unserem Führungsschema besonders darauf, den Sinn der gemeinsamen Aufgaben transparent zu machen. Und gleichzeitig auf Maßnahmen, die das gegenseitige Vertrauen stärken. Denn letztendlich kommt es bei der Bewältigung gemeinsamer Aufgaben auf die selbstverantwortliche Umsetzung jedes und jeder Einzelnen an.